Wo seht ihr die wichtigsten Ansatzpunkte zur Transformation in die von euch skizzierte Richtung?

Die wichtigsten Ansatzpunkte leiten sich inhaltlich aus dem ab, was wir gegenwärtig beobachten:

a) aus der Klimakatastrophe: Sie macht deutlich, dass wir mit unserem Wirtschaftssystem die Lebensgrundlagen an die Wand fahren. Wir brauchen daher Alternativen, die zeigen, wie wir systemisch anders wirtschaften können. So demaskieren sich auch Scheinlösungen wie „grünes Wachstum“.

b) aus der Gerechtigkeitskluft: Sie vertieft sich im gegenwärtigen Wirtschaftssystem zwangsläufig. Nötig ist nicht nur, umzuverteilen, sondern auch, gerechter vorzuverteilen. Die Eigentumsfrage gehört wieder ins Zentrum der Debatte.

c) aus dem realitätsfernen Verständnis dessen, was Wirtschaft eigentlich ist. Wirtschaft ist mehr als Geldwirtschaft. Sie umfasst mehr als Lohnarbeit. Alle Tätigkeiten, mit denen wir materielle und schöpferisch-kreative Bedürfnisse erfüllen, sind Teil des Wirtschaftens. Es geht also nicht nur darum, „wirtschaftliche Ziele“ demokratisch zu entwickeln und an Bedürfnissen der Menschen auszurichten, sondern auch darum, die Idee davon zu verändern, was Wirtschaft(en) eigentlich bedeutet.

Strategisch ist die Antwort eine andere, denn Eines ist sicher: nur die Kombination mehrerer Wege führt zum Ziel! Gesellschaftliche Veränderungen geschehen nicht linear, sondern in vielfältigen Schleifen und an vielen Stellen zugleich. Manchmal langsam. Manchmal plötzlich. Um uns zu orientieren, brauchen wir einen ökonomischen und strategischen Kompass. Er zeigt uns, dass die drei Wege, für die NOW steht, zusammenspielen müssen. Die Richtung ist: die abstrakte Logik konkurrenzbasierter und gewinnoptimierender Märkte zurückdrängen + den Staat umfassend demokratisieren + Commoning in allen Lebensbereichen ausbauen. Hier zeigen sich die Brücken zu den Debatten um die Grenzen der Repräsentation basierend auf Mehrheitsentscheiden, zum Ringen um Neue Organisationsformen, um direkte Demokratie, Bürger*innenräte und vieles mehr.

Letztlich ist die Herausforderung, die Vielfalt unserer Beziehungen – unsere Beziehungsweisen – in den Mittelpunkt des Wirtschaftens zu stellen.